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In liebevollem und dankbarem Gedenken: Vera Dimopoulos-Vosikis

In liebevollem und dankbarem Gedenken
Vera Dimopoulos-Vosikis geb. Lerchfeld

* 21. September 1933 † 30. Oktober 2026

Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande
1. Preisträgerin des Kulturpreises der Deutsch-Griechischen Gesellschaften

Ein langes, bewegtes und zutiefst beeindruckendes Leben hat sich erfüllt.

Geboren in Danzig, musste sie im Juli 1944 als zehnjähriges Mädchen ihre Heimatstadt verlassen. In den dramatischen Wirren rund um den 20. Juli 1944 wurde sie völlig auf sich allein gestellt und überstürzt in die Fremde geschickt. Unbegleitet fand sie ihren Weg nach Gelsenkirchen zu ihrer geliebten Tante Lilli. Nach ihren Schuljahren im Internat der Benediktinerinnen studierte sie Rechtswissenschaften. Bereits im Alter von 27 Jahren wurde sie als – zu dieser Zeit – jüngste Richterin der noch jungen Bundesrepublik vereidigt.

Schon während des Studiums lernte sie ihren späteren Ehemann, den Juristen Dr. Charalambos Dimopoulos-Vosikis, kennen, dem sie in den 1960er-Jahren nach Griechenland folgte.

Im Jahr 1974 gründete sie gemeinsam mit engagierten Mitstreiterinnen das Deutsche Kontakt- und Informationszentrum, das über Jahrzehnte hinweg die zentrale Anlaufstelle für überwiegend junge deutsche Frauen in Griechenland war. Unzähligen Frauen bot das Zentrum juristische und bürokratische Hilfe, vermittelte Arbeitsplätze und knüpfte lebenswichtige Netzwerke.

Ihr größtes Herzensprojekt war die Errichtung eines deutschen Altenheims, wofür eigens der Förderverein Estia e.V. ins Leben gerufen wurde. Gemeinsam mit ihren Weggefährtinnen – an dieser Stelle möchte ich in liebevollem Gedenken an Christel Schneider-Andrikopoulos erinnern – überwand sie unzählige Hürden. Ihr unermüdlicher Einsatz war von Erfolg gekrönt: Im Jahr 2007 konnte das Haus Koroneos feierlich eröffnet werden.

Ohne den beharrlichen, streitbaren und engagierten Einsatz unzähliger Frauen unter Veras Führung würde das Haus Koroneos heute nicht existieren. Auch in den schwersten Zeiten stand sie gemeinsam, hier möchte ich Sigrid Willer erwähnen, fest an der Seite unserer Institution. Sie ging keinem Konflikt aus dem Weg – nach außen hin stets furchtlos, eloquent und willensstark.

Sie hinterlässt ihren geliebten Sohn Jannis, ihre Schwiegertochter und zwei Enkelkinder.

Vera, wir danken dir von Herzen. Es ist keine Worthülse, wenn wir sagen: Wir werden dein Andenken stets in Ehren halten.

Tanja Nettersheim

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